Es gibt mehrere Städte, die sich als „Schwedens besterhaltene Holzstadt“ bezeichnen. Viele fühlen sich berufen, doch wenige sind auserwählt. Die Holzstadt Eksjö darf als auserwählt angesehen werden. Ihr gesamter innerer Stadtkern wurde zum Baudenkmal erklärt. Über fünfzig Gebäude stehen unter Kulturdenkmalsschutz. 1997 erhielt die Altstadt "Eksjö Gamla stan" ein Europa Nostra-Diplom für „gute Gebäude- und Kulturmilieupflege“
Im Laufe dieser 600 Jahre hat die Stadt zwar alle möglichen Seuchen wie Pest, Hungersnöte, Kriege und Brände erlebt, aber auch mit Vorlagen zu heiteren Geschichten wie „Borgmästare Munthe“ (Bürgermeister Munthe) beigetragen.
Die mittelalterliche Stadt „Ekesiö“ lag etwa 500 Meter südwestlich vom heutigen Stadtkern entfernt. Als Stadt war sie vermutlich von unbedeutender Größe, wahrscheinlich eher ein Bauerndorf von normalem götischen Aussehen. Zur der Zeit gab es nur zwei Städte im heutigen Kreis Jönköping, nämlich Jönköping und Eksjö. Eksjö erhielt seine Stadtprivilegien vermutlich 1403 von Erik von Pommern.
Der sogenannte Nordische Siebenjährige Krieg (1563–1570) war die erste Katastrophe für Eksjö. Im Zusammenhang mit dem Feldzug des dänischen Feldherrn Daniel Rantzaus wurde die Stadt 1568 niedergebrannt.
Im selben Jahr schickte Erik XIV. einen Brief an seinen Schlossbürgermeister in Vadstena, den Flamen Arendt de Roy, und befahl ihm, sich schleunigst nach Eksjö zu begeben und die neue Stadt zu begutachten und abzustecken. 1569 wurde die Stadt auf Befehl von Johan III. auf den Bergrücken verlegt, wo die Stadt- und Gemeindekirche seit dem Mittelalter gelegen hatte. Wegen verschiedener Grundgeschäfte sollte es jedoch 20 Jahre dauern, bis endlich mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte. De Roys Eksjö-Plan war mittelalterlich geprägt: mit Straßenzügen, die den vorhandenen Weg- und Geländeverhältnissen angepasst waren. Der Teil der Stadt, der nördlich der Kirche am Stora torget liegt, konnte seitdem ein Dasein ohne schwerere Brände oder andere Katastrophen führen. Dies hat dazu beigetragen, dass wir in diesem Stadtteil Beispiele aus einem längeren Abschnitt unserer 400-jährigen Baugeschichte zeigen können.
Im Jahr 1856 ergab sich eine weitere Katastrophe. Der Stadtteil südlich der Kirche brennt so gut wie vollständig nieder, nachdem ein unachtsamer Geselle seine Kleidung zum Trocknen vor dem brennenden Kamin aufgehängt hatte. Der nördliche Stadtteil blieb nur deshalb verschont, weil die Bevölkerung eine Brandschneise schuf, indem man die Hälfte eines Hauses abriss. Das Gebäude wurde deshalb „Halvan“ (die Hälfte) genannt. Im Jahr 1857 wurde für den abgebrannten Stadtteil ein neuer Stadtplan erstellt. Dies wurde ein Stadtplan, der strikt an den Geist damaliger Stadtpläne mit dem Charakter idealer Städte anknüpfte, wo die Betonung auf Brandsicherheit und Hygiene lag. Der Stora torget (großer Marktplatz) vereinigt somit zwei Epochen, die spätmittelalterliche Epoche Richtung Norden und die neuklassizistische Epoche nach Süden hin.
Die Stadt war eine ausgeprägte Handels- und Regimentstadt. Handelsleute und Handwerker haben der Stadtstruktur ihre besondere Note gegeben. Sie spielten wirtschaftlich und politisch eine beherrschende Rolle. Im 17. Jahrhundert waren so gut wie sämtliche Berufe vertreten. Die Handwerker waren tüchtig und hierfür im ganzen Land bekannt. Im 18. Jahrhundert aber erlebte die Stadt einen Abstieg. Tabakspinnerei und Tabakanbau in großem Stil dienten als ergänzende Gewerbe. Im gesamten 17. Jahrhundert und bis ins 18. Jahrhundert hinein betrieb man einen sehr umfangreichen Ochsenhandel, wobei die Ochsen bis hinauf nach Kopparberg getrieben wurden.
Im Jahr 1725 wurden innerhalb von zwei Monaten über 1 000 Ochsen nördlich nach Stockholm getrieben.
Eksjö wurde früh zur Militär- und Beamtenstadt. Schon 1602 konnte Eksjö seine erste Schule vorweisen. 1543 wurde die Kavallerie von Småland vor die Stadt verlegt. Daraus entstand später das Königliche Småländische Husarenregiment. Danach sind mehrere Regimente nach Eksjö verlegt worden. Erst nachdem Anfang des 20. Jahrhunderts die Regimente hierher verlegt wurden, begann die Stadt über den Stadtplan von 1568 hinaus zu wachsen. Die damalige Bebauung im nördlichen Teil war sehr dicht bevölkert und konnte als verslumt betrachtet werden. Als die Häuser mit Wasser und Ablauf sowie Beleuchtung versehen wurden und ein wirtschaftlicher Aufschwung erfolgte, konnte einer weiteren Slumentwicklung Einhalt geboten werden.
Eksjö, Hjo und Nora. Alle drei Städte sind von Europa Nostra für ihre typischen Holzstadtmilieus ausgezeichnet worden. Kommen Sie mit auf eine virtuelle Wanderung durch die Stadt und lesen Sie nähere Angaben unter: www.tretrastader.se
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